Sanjay – ein junger Mann, auch in ihm lebt der Traum in Delhi ein besseres Leben zu finden. Also bricht er von zuhause auf um sein Glück zu suchen. Die Seifenblase hält der harten Realität nicht stand: – kein Dach überm Kopf, kein Job ohne die nötigen Rupien nichts um den Bauch zu fülln. So taucht er ein in die unzählbare Menge derer, die ihr Dasein unter Delhis Brücken fristen. Auch er fing an zu husten, verlor seinen Appetit, immer mehr an Gewicht. Krank, Allein – Einsam! in einer Stadt mit mehr als 15Mio Menschen!Als seine Kräfte immer mehr schwinden, sieht er keinen Ausweg mehr. Mit letzter Kraft schleppt er sich in Richtung Yamuna-Bazar zur Verbrennungsstätte.
Jeglicher Hoffnung beraubt setzte er sich dort auf einen Stein in der Erwartung dieser unbarmherzigen Welt zu entfliehn.
Aber Gott hatte was anderes mit ihm vor:
Ich kenne ja die Gedanken die ich über dich denke spricht der Herr:
Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil
um dir Zukunft und Hoffnung zu gewähren!
Leute von Sewa Ashram fanden Sanjay nahmen ihn mit – Die Tuberkulose Medikamente zeigten Wirkung, sein Appetit und damit die Kraft eines jungen Mannes kehrten zurück.
Sanjay wurde zu einem freundlichen Mann, der sich heute selbst um Bedürftige kümmert.
Auch während der Arbeit hier auf Intensiv-Station sind mir viele vom Leid geplagte Menschen begegnet. Ein vom Lungenkrebs gezeichneter Mann haftet mir im Gedächtnis:
Er bringt kaum genügend Luft zusammen wenn er regungslos im Bett liegt. Trotzdem erzählt er mir wie ihm das Schicksal mitgespielt hat, mit Tränen in den Augen schildert er wie er seine geliebte Frau verlor. Woher nimmt er die Kraft sein Leid zu tragen, nicht zu resignieren – frag ich mich …
Am nächsten Tag berichtet er wie er vor vielen Jahren das Bewusstsein verlor,
ihm währenddessen ein Blick in den Himmel gewährt wurde.
Seitdem wisse er sich geborgen, er weiß wo er hingeht, er weiß dass sein himmlischer Vater alles im Griff hat; und ihn wenn seine Zeit hier rum ist zu sich holt – Heim! holt.
Als er dies erzählt steh ich mit ner Gänsehaut da, spür ein bisschen des Friedens den er hat – Awesome!
Auf der andern Seite die tiefe Verzweiflung der Menschen die diesen Gott der Hoffnung nicht kennen. Für die Alles zusammenbricht wenn sich die Ärzte eingestehen müssen dass aus menschlicher Sicht nichts mehr drin ist. Tatsächlich nur noch das Warten auf den Tod verbleibt.
Dies ist was mich das letzte Jahr gelehrt hat.
Gott bewahrt uns nicht unbedingt vor heftigen Dingen. Aber er verlässt uns nicht! Er steht zu seinem Wort:
wenn Du durchs Wasser gehst – ich bin bei Dir!
Wenn Paulus schreibt: wir wollen euch aber nicht verschweigen, dass wir über die Maßen beschwert waren über unsere Kräfte – so dass wir sogar am Leben verzweifelten,
kommt mir das so bekannt vor. Wenn ich all die Schicksale seh, Krankheit, Kummer und Leid die das Leben der Menschen fressen.
Aber er bleibt ja nicht verlassen, resigniert zurück sondern erhascht einen Hoffnungsschimmer – erspäht den Ausweg:
…alle verließen mich aber der Herr stand mir bei und stärkte mich…
so fanden wir doch in unserem Gott den Mut … in alle dem überwinden wir weit durch den der uns geliebt hat!
Situationen mit dem Potential uns am Leben verzweifeln zu lassen,
auf deren Ausgang wir eh keinen Einfluss haben, getrost in seine liebenden Hände befehlen können: Und ob ich schon wanderte durchs finstere Tal fürchte ich kein Unglück – Denn Du bist bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich!
Seinen Frieden der alle Vernunft übersteigt zu erfahren – ist was mir den Glauben wertvoll gemacht hat in all dem Leid.
Dafür lohnt es zu leben - dass Menschen diesen Gott, die Geborgenheit, die Hoffnung die er gewährt erfahren dürfen. Gruß Uwe Wildermuth




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